Digitale Prüfungen sind in Österreich keine Zukunftsvision mehr - sie sind Alltag. An Schulen, Hochschulen und sogar bei staatlichen Examensprüfungen werden immer mehr Klausuren online abgehalten. Doch hinter der scheinbaren Bequemlichkeit steckt ein komplexes System aus Technik, Recht und pädagogischer Reflexion. Was genau funktioniert? Wo liegen die Risiken? Und vor allem: Passt diese Form wirklich zum Lernen?
Was macht Next-Exam so besonders?
Das Bundesministerium für Bildung hat mit Next-Exam ist eine kostenlose, quelloffene Prüfungsplattform, die speziell für das österreichische Bildungssystem entwickelt wurde. Sie ist nicht von einem kommerziellen Anbieter abhängig, was bedeutet: Keine Lizenzkosten, keine versteckten Verträge, keine Datenweitergabe an Dritte. Das ist ein großer Unterschied zu vielen anderen Systemen, die Schulen oft mit hohen Gebühren belasten.
Next-Exam läuft auf jedem Gerät - egal ob Laptop, Tablet oder Smartphone. Es funktioniert sogar ohne Internetverbindung, wenn die Prüfung im Schulnetzwerk stattfindet. Das ist ein entscheidender Vorteil für ländliche Schulen mit schlechter Netzabdeckung. Lehrkräfte können Prüfungen über das Bildungsportal bildung.gv.at planen, erlaubte Hilfsmittel festlegen und sogar Prüfungen aus Moodle importieren. Schülerinnen und Schüler melden sich mit einem Klick über ihr Schulkonto an. Kein komplizierter Login, keine Installation von Software - einfach, klar, zugänglich.
Bis 2027 wird es einen mobilen Client für Android und iOS geben. Dann können Prüfungen auch unterwegs abgelegt werden - vorausgesetzt, die Schule hat das Szenario genehmigt. Die Integration in das zentrale Portal ist schrittweise im Gange. Das Ziel ist klar: Eine einheitliche, sichere und landesweit verfügbare Lösung, die allen gleichberechtigt zur Verfügung steht.
Wie wird die Identität gesichert?
Die größte Angst bei digitalen Prüfungen ist Betrug. Deshalb gibt es klare Regeln. Bevor eine Prüfung startet, muss jeder Kandidat ein Foto seines amtlichen Lichtbildausweises hochladen. Das Foto muss farbig sein, der Ausweis muss am Prüfungstag gültig sein, und Name sowie Gesicht müssen deutlich lesbar sein. Kein Selfie, kein Foto aus dem Jahr 2020 - nur aktuell, nur offiziell.
Diese Regelung ist nicht willkürlich. Sie basiert auf dem Weiterbildungsgesetz (WTBG), genauer auf § 32a Abs. 3 Z3. Hier steht: Jeder Prüfungsteilnehmende ist verantwortlich, eine technisch funktionierende Umgebung bereitzustellen. Das bedeutet: Wenn dein Mikrofon kaputt ist oder dein WLAN abstürzt, liegt es nicht an der Schule - du musst das vorher prüfen. Deshalb ist ein Probetest Pflicht, wenn er angeboten wird. Viele vergessen das - und dann stürzt die Prüfung ab, weil sie nicht wussten, wie der Client funktioniert.
Die Überwachung erfolgt nicht nur durch Kamera und Mikrofon. In manchen Fällen wird der Bildschirm auf unerlaubte Programme überwacht. Aber: Es gibt keine 24/7-Überwachung durch fremde Personen. Das ist ein Irrglaube. In Österreich wird vor allem auf automatisierte Systeme gesetzt - nicht auf Live-Proctoring mit Beobachtern, die in anderen Ländern üblich sind. Die Prüfungsordnung (§§ 5 Abs. 2 i.V.m. 7 Abs. 1) verlangt nur, dass die technischen Maßnahmen zuverlässig funktionieren. Wenn etwas schiefgeht, muss der Kandidat mit dem Prüfungsteam zusammenarbeiten, um das Problem zu lösen.
Welche Tools werden noch eingesetzt?
Next-Exam ist nicht die einzige Lösung. An Universitäten werden andere Systeme genutzt - je nach Hochschule und Fachbereich. An der Universität Innsbruck ist OpenOlat die Standardplattform. Es ist eine Open-Source-Lösung, die sich gut in bestehende Lernplattformen einfügt. An der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) gibt es zwei Modelle: Prüfungen am Campus mit eigenem Gerät (BYOD) und Distanzprüfungen, bei denen du von zu Hause aus teilnimmst.
Eine weitere wichtige Akteurin ist IQUL GmbH. Das Unternehmen ist Marktführer bei staatlichen Examensprüfungen. Sie verwalten nicht nur die Technik, sondern auch das Personal: Aufsichtspersonal, Korrekturteams, IT-Support. Sie skalieren ihre Lösungen für Tausende Prüflinge - selbst wenn die Universität keine starke IT-Infrastruktur hat. IQUL bietet auch eine digitale Korrektursoftware, die mit KI unterstützt wird, um die Bewertung schneller und konsistenter zu machen.
Bei Plagiaten greift Turnitin - das ist Standard an vielen Universitäten, wie etwa der Universität Wien. Alle schriftlichen Arbeiten werden automatisch auf Textgleichheiten mit anderen Arbeiten, Büchern und Online-Quellen geprüft. Wer kopiert, bekommt ein "X" in der Note - und das bleibt im Transcript. Es ist kein vorübergehender Vermerk. Es ist ein offizieller Verstoß, der den Abschluss gefährden kann. Und es ist nicht nur verboten, Texte zu kopieren - auch das Teilen von Musterlösungen ist untersagt. Wer eine alte Prüfung online stellt, riskiert rechtliche Konsequenzen.
Warum stressen digitale Prüfungen so sehr?
Die Technik ist da. Die Regeln sind klar. Aber warum fühlen sich so viele Prüflinge trotzdem überfordert? Eine Studie des MCI zeigt: Die größte Belastung kommt nicht von der Technik - sondern von der Unsicherheit.
Stell dir vor: Du sitzt zu Hause, Kamera an, Mikrofon an, Bildschirm gesperrt. Du weißt nicht, ob jemand zuschaut. Du fragst dich: Ist das jetzt eine echte Überwachung oder nur eine Simulation? Wird mein Laptop abgestürzt, weil ich versehentlich auf eine andere Seite geklickt habe? Was passiert, wenn das Internet ausfällt? Diese Fragen sind nicht irrational - sie sind menschlich.
Die MCI-Analyse sagt klar: "Der Online-Prüfungsbetrieb misst sich zu stark am Präsenz-Prüfungsbetrieb." Das ist der Kern des Problems. Viele Systeme versuchen, den Hörsaal digital nachzubauen - mit Kameras, mit Stille, mit starren Regeln. Aber im Präsenz-Prüfungsbetrieb gibt es auch Unklarheiten, Ablenkungen, menschliche Fehler. Warum also versuchen wir, das alles perfekt zu simulieren?
Ein kritischer Punkt: Wir konzentrieren uns zu sehr auf Betrug, und zu wenig auf Lernen. Was ist mit den Prüfungsfragen? Sind sie wirklich so gestellt, dass sie Kompetenzen messen - oder nur das Auswendiglernen? Wenn du eine Prüfung online absolvierst, aber nur auswendig lernen musst, weil die Fragen so einfach sind, dann hat die Digitalisierung keinen pädagogischen Mehrwert. Sie hat nur mehr Stress hinzugefügt.
Was kann man als Kandidat tun?
Du bist kein Testobjekt. Du bist ein Lernender. Und du hast Rechte - und Pflichten.
- Teste vorher: Wenn deine Schule einen Probetest anbietet - mach ihn. Nicht nur, um die Technik zu testen, sondern um dich mit der Oberfläche vertraut zu machen.
- Prüfe deine Geräte: Lade dein Gerät voll auf, prüfe Kamera, Mikrofon, Internetverbindung. Nutze ein Kabel, wenn möglich - WLAN ist oft instabil.
- Verstehe die Regeln: Was ist erlaubt? Nur das Lehrbuch? Nur Notizen? Nur der Laptop? Wenn es nicht explizit erlaubt ist, dann ist es verboten. Keine Ausreden.
- Warte nicht bis zum letzten Moment: Viele Probleme entstehen, weil Kandidaten erst am Prüfungstag die Anweisungen lesen. Lies sie zwei Tage vorher. Nochmal. Und dann nochmal.
- Wende dich rechtzeitig an deine Lehrenden: Wenn du technische Probleme hast - melde es früh. Nicht am Prüfungstag. Nicht nach der Prüfung. Vorher.
Es gibt keine Garantie, dass alles reibungslos läuft. Aber du kannst die Chancen massiv erhöhen - wenn du dich vorbereitest, statt dich zu fürchten.
Was kommt als Nächstes?
Die Diskussion über digitale Prüfungen ist noch nicht zu Ende. Das Bundesministerium will die Plattform weiter ausbauen - mit besseren Analyse-Tools, mit Unterstützung für Barrierefreiheit, mit mehr Transparenz. Aber die echte Herausforderung liegt nicht in der Technik.
Sie liegt in der Haltung: Wollen wir Prüfungen, die uns zeigen, was jemand kann - oder nur, dass er nicht betrügt? Ist eine digitale Prüfung ein Werkzeug zur Förderung von Lernen - oder ein Kontrollsystem, das Misstrauen institutionalisiert?
Die Antwort wird nicht von Software entschieden. Sie wird von uns entschieden - von Lehrenden, die Fragen stellen, von Schülern, die Feedback geben, von Politikern, die Geld investieren - und von allen, die fragen: "Ist das wirklich das Beste, was wir tun können?"
Darf ich bei einer digitalen Prüfung mein Lehrbuch verwenden?
Nur, wenn es explizit im Vorlesungsverzeichnis, auf den Folien der Lehrveranstaltung oder in den Prüfungsanweisungen erlaubt ist. Wenn nichts dazu steht, ist es verboten. Das gilt auch für das Internet, Notizen oder Smartphones. Es ist nicht ausreichend, "es war ja nur ein kurzer Blick" zu sagen - die Regeln sind streng und werden durch technische Systeme überwacht.
Was passiert, wenn mein Internet während der Prüfung ausfällt?
Wenn du eine Prüfung im Schulnetzwerk absolvierst, ist die Verbindung lokal und stabiler. Bei Distanzprüfungen musst du eine stabile Verbindung sicherstellen. Falls es dennoch abstürzt, musst du sofort den Prüfungsleiter kontaktieren. In manchen Fällen kann die Prüfung pausiert und später fortgesetzt werden - aber nur, wenn du rechtzeitig Hilfe anforderst. Nach der Prüfung zu melden, zählt nicht als Ausnahme.
Kann man bei digitalen Prüfungen gefilmt werden?
Ja, aber nicht von Menschen. In Österreich wird überwiegend automatisierte Überwachung eingesetzt - Kamera und Mikrofon erfassen dein Verhalten, aber niemand schaut live zu. Die Aufnahmen dienen nur zur Sicherheitsüberprüfung nach der Prüfung. Sie werden nicht gespeichert, wenn keine Auffälligkeiten vorliegen. Die Daten werden nach Abschluss der Prüfung gelöscht, es sei denn, es gibt Hinweise auf einen Verstoß.
Was ist ein "X" in der Note?
Ein "X" ist ein offizieller Vermerk für Betrug - zum Beispiel durch Plagiat, Kopieren oder unerlaubte Hilfsmittel. Es wird in deinem Prüfungsprotokoll festgehalten und bleibt dort. Es führt nicht nur zur Nichtbestehensnote, sondern kann auch den Abschluss gefährden. Du kannst dich nicht einfach mit einer Entschuldigung herausreden. Die Regel gilt für alle - unabhängig von der Prüfungsform.
Warum gibt es keine Live-Proctoring-Systeme wie in anderen Ländern?
Österreich setzt auf automatisierte Systeme, weil sie datenschutzkonform, kostengünstiger und weniger invasiv sind. Live-Proctoring mit menschlichen Beobachtern ist in Österreich nicht üblich, da es als übermäßig überwachend gilt. Die Prüfungsordnung verlangt nur eine zuverlässige technische Überwachung - nicht die Anwesenheit von Personen. Dieser Ansatz spiegelt die österreichische Haltung wider: Vertrauen durch Transparenz, nicht durch Kontrolle.
Die Zukunft digitaler Prüfungen in Österreich hängt nicht davon ab, wie viele Kameras wir installieren - sondern davon, ob wir bereit sind, sie als Teil eines Lernprozesses zu verstehen - und nicht als Waffe gegen Betrug.
10 Kommentare
Erica Schwarz
Diese Plattform hat endlich mal was, das wirklich funktioniert. Kein Stress mit Software-Installationen, keine Angst vor dem Internetausfall. Ich hab’s selbst ausprobiert – total entspannt. Einfach anmelden, loslegen. Das ist Bildung, die vertraut.
Oliver Sy
Als jemand, der an mehreren Universitäten digitale Prüfungen betreut: Next-Exam ist ein Meilenstein. Die Integration in bildung.gv.at, die Offline-Fähigkeit, die klare Datenhoheit – das ist kein Zufall, das ist Design mit pädagogischem Sinn. Endlich jemand, der nicht nur Technik, sondern Lernen im Kopf hat.
Und die automatisierte Überwachung? Perfekt. Kein Live-Proctoring, das nur Angst macht. Stattdessen: Vertrauen durch Transparenz. Das ist österreichisch. Das ist richtig.
Die KI-gestützte Korrektur von IQUL? Ein Game-Changer. Konsistenz, Geschwindigkeit, Fairness – das sind die neuen Standards. Wer das noch als "kalt" bezeichnet, hat nie eine Prüfung korrigiert.
Markus Fritsche
Ich find’s spannend, wie wir hier alle so sehr auf Betrug fokussiert sind. Als ob Lernen nur was ist, wenn man nicht cheatet. Aber was, wenn die Prüfungsfragen einfach nur schlecht sind? Wenn sie nur Auswendiglernen abfragen? Dann ist die Kamera nicht das Problem – die Fragestellung ist’s.
Wir brauchen keine Überwachung, die Angst macht. Wir brauchen Fragen, die nachdenken lassen. Das ist der echte digitale Mehrwert. Nicht die Technik. Die Pädagogik.
Und ja – ich hab auch mal eine alte Klausur online gestellt. War ne gute Übung. Kein Betrug. Nur Teilen. Aber ich versteh, warum’s verboten ist. Aber vielleicht sollten wir nicht nur strafen… sondern auch lehren.
Stephan Brass
next-exam ist ne farce. alle sagen das ist sooo sicher, aber ich hab ne prüfung gesehen, wo jemand mit nem ipad und ner fake-kamera durchkam. die technik ist nicht so smart wie sie glaubt. und die regeln? bloß weil was nicht explizit erlaubt ist, heißt das nicht, dass es nicht logisch ist. lehrbuch? warum nicht? wenn man es benutzt, um zu verstehen, nicht um abzuschreiben. aber nein, alles verbieten. typisch österreich.
Sven Schoop
Es ist unverantwortlich, dass manche Leute noch behaupten, "keine Live-Überwachung" sei der Goldstandard! Wer hat denn jemals einen echten Prüfungsraum gesehen? Da sitzen 50 Leute, alle starr, alle still – und trotzdem gibt es Betrug! Jetzt denkt ihr, eine Kamera, die nur aufzeichnet, ist "menschlich"? Das ist eine Illusion! Die Daten werden gelöscht? Na klar – bis sie nicht mehr gelöscht werden. Und dann? Wer kontrolliert das? Niemand. Das ist ein System, das sich selbst belügt.
Steffen Ebbesen
Ich hab jetzt 12 Jahre an Universitäten unterrichtet. Und ich sage euch: Digitale Prüfungen sind die letzte Konsequenz des Bildungssystems, das sich weigert, echte Kompetenzen zu messen. Stattdessen bauen wir komplizierte Systeme, um zu verhindern, dass jemand ein Google-Fenster aufmacht. Aber was ist mit den Studenten, die sich nicht merken können, was sie nicht verstanden haben? Die Prüfung sollte nicht testen, ob du dich an Formeln erinnerst – sondern ob du sie anwenden kannst. Und dafür braucht man kein Next-Exam. Man braucht echte Aufgaben. Und keine Kameras.
Harry Hausverstand
Als Lehrer in einer ländlichen Schule: Endlich. Vor Next-Exam war es ein Albtraum, Prüfungen zu machen. Kein Internet? Kein Problem. Laptop kaputt? Kein Problem. Wir haben einfach auf einem alten Rechner im Klassenzimmer gestartet. Die Schüler haben sich angemeldet, losgelegt – und fertig. Kein Stress, kein Drama.
Und die Fotos vom Ausweis? Ja, das ist wichtig. Aber ich hab gesehen, wie ein Schüler mit Behinderung erstmal 45 Minuten gebraucht hat, um sein Foto hochzuladen – weil er die Kamera nicht bedienen konnte. Das ist das Problem. Nicht die Technik. Die Barrierefreiheit. Die müssen wir jetzt bauen. Nicht mehr Kameras. Mehr Zugang.
Koen Punt
Next-Exam ist ein technokratisches Fass ohne Boden. Die Argumentation, man brauche "keine kommerziellen Anbieter", ist eine romantische Illusion. Open Source bedeutet nicht, dass es gut ist – es bedeutet nur, dass es billig ist. Und billig ist in der Bildung immer teuer. Die Qualität der Prüfungsfragen, die Korrekturlogik, die Sicherheitsprotokolle – alles wird durch mangelnde Ressourcen beeinträchtigt.
IQUL? Die sind die einzige, die wirklich skalieren. Und sie nutzen KI. Das ist kein Skandal – das ist Innovation. Wer das ablehnt, lehnt Fortschritt ab. Und wer behauptet, "keine Live-Überwachung" sei ethisch, der hat noch nie eine Prüfung mit 800 Teilnehmern betreut. Das ist keine Ethik. Das ist Naivität.
INGEBORG RIEDMAIER
Die Debatte um digitale Prüfungen ist symptomatisch für eine Bildungspolitik, die sich mehr mit der Verwaltung als mit der Lehre beschäftigt. Die Vorgabe, dass nur erlaubte Hilfsmittel genutzt werden dürfen, ist ein Ausdruck von Kontrolle – nicht von Vertrauen. Wir messen nicht, was die Studierenden können, sondern was sie nicht dürfen.
Der Ansatz von Next-Exam, die Prüfung als Prozess zu begreifen, ist ein erster Schritt. Aber er bleibt oberflächlich, solange die Prüfungsfragen weiterhin auf Rekonstruktion statt auf Anwendung abzielen. Eine digitale Prüfung sollte nicht die Prüfungssituation simulieren – sie sollte die Lernsituation optimieren.
Die Integration von KI in die Korrektur ist ein Meilenstein, doch sie bleibt unvollständig, wenn sie nicht mit didaktischer Reflexion verbunden wird. Es reicht nicht, die Antworten zu bewerten – man muss auch die Denkprozesse erfassen. Und das ist nicht möglich mit einem Multiple-Choice-System.
Die Forderung nach Barrierefreiheit ist nicht optional. Sie ist eine Grundvoraussetzung für Gerechtigkeit. Wenn ein Studierender mit Sehbehinderung nicht an einer digitalen Prüfung teilnehmen kann, dann ist das kein technisches Problem – es ist ein moralisches Versagen.
Wir müssen aufhören, digitale Prüfungen als Werkzeug zur Betrugsbekämpfung zu verstehen. Sie sind ein Instrument zur Kompetenzentwicklung. Und dafür brauchen wir keine Kameras. Wir brauchen kluge Aufgaben. Und wir brauchen Mut, sie zu stellen.
Die Zukunft liegt nicht in der Überwachung. Sie liegt in der Gestaltung.
Stephan Lepage
ich hab ne prüfung verpennt weil mein laptop abgestürzt is und die schule hat gesagt na und? kein probetest gemacht? dann bist du halt doof. ich hab 3 stunden geweint. das ist kein system das ist ein traumatisierungsprogramm