Online-Studium in Deutschland: Akkreditierung, Qualität und Anbietervergleich 2026

Ein Online-Studium in Deutschland ist heute keine Ausnahme mehr - es ist eine Realität für Tausende Berufstätige, Eltern und Menschen, die ihren Lebensweg flexibel gestalten wollen. Doch nicht alle Anbieter sind gleich. Wer hier einen Abschluss machen will, der wirklich zählt, muss wissen, worauf es ankommt: Akkreditierung, Qualität und der richtige Anbieter. Wer das nicht checkt, riskiert Zeit, Geld und einen Abschluss, den Arbeitgeber nicht anerkennen.

Was macht ein echtes Online-Studium aus?

Ein echtes Online-Studium in Deutschland ist nicht einfach ein paar Videos, die man abspielt, und dann eine Prüfung schreibt. Es ist ein akademisch anerkannter Studiengang, der denselben Standards folgt wie ein Präsenzstudium an einer staatlichen Uni oder Fachhochschule. Das bedeutet: Du bekommst einen Bachelor oder Master, der genauso gültig ist wie einer von der Uni Hamburg oder der TU München. Die Abschlüsse sind europaweit anerkannt, dank des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQF). Credit Points zählen, du kannst damit weiterstudieren, dich bewerben - und dein Arbeitgeber muss sie akzeptieren.

Dafür braucht es drei Säulen: staatliche Anerkennung, Systemakkreditierung und die ZFU-Zulassung. Ohne alle drei ist es kein echtes Hochschulstudium - sondern ein Lehrgang, der vielleicht nützlich ist, aber keinen akademischen Abschluss bringt. Viele Anbieter werben mit „Studium“ und „Abschluss“, aber nur wenige haben alle drei Genehmigungen. Das ist der entscheidende Unterschied.

Die drei Säulen der Qualität: Staatliche Anerkennung, ZFU und Akkreditierung

Die staatliche Anerkennung kommt von den Bundesländern. Die HFH Hamburger Fern-Hochschule ist zum Beispiel von der Freien und Hansestadt Hamburg anerkannt. Die SRH Fernhochschule hat die unbefristete Anerkennung durch Baden-Württemberg. Das bedeutet: Der Staat sagt: „Ja, das ist ein seriöses Studium.“

Dann kommt die ZFU - die Zentralstelle für Fernunterricht. Sie prüft, ob der Kursinhalt, die Dauer und die Prüfungsform den gesetzlichen Mindestanforderungen entsprechen. Für Fernlehrgänge ist das Pflicht. Aber: Nur weil ein Anbieter die ZFU-Zulassung hat, heißt das nicht, dass es ein Hochschulstudium ist. Viele Anbieter nutzen das, um als „Studium“ zu werben, obwohl sie nur Zertifikatskurse anbieten. Achte darauf: Wenn du einen echten Bachelor willst, muss der Anbieter zusätzlich systemakkreditiert sein.

Systemakkreditierung ist der Goldstandard. Hier prüfen unabhängige Agenturen wie FIBAA oder ACQUIN die gesamte Hochschule - nicht nur einzelne Studiengänge. Sie schauen auf Lehrqualität, Betreuung, Prüfungsstandards und digitale Infrastruktur. Die FOM Hochschule war 2015 die erste private Hochschule Deutschlands, die von FIBAA systemakkreditiert wurde. Die HFH und SRH werden von ACQUIN geprüft. Diese Akkreditierungen laufen alle 5-7 Jahre neu. Wenn ein Anbieter keine solche Akkreditierung hat, ist das ein Warnsignal.

Wer sind die großen Anbieter und was unterscheidet sie?

Im Jahr 2025 sind über 30 private Fernhochschulen in Deutschland staatlich anerkannt. Aber nur drei dominieren den Markt - und sie unterscheiden sich deutlich.

Die SRH Fernhochschule ist mit 23,1 % Marktanteil der größte Anbieter. Sie bietet mit 74 Bachelor- und Masterstudiengängen sowie über 176 Zertifikaten das breiteste Portfolio. Die Studierenden bewerten sie mit 4,48 von 5 Sternen - die höchste Punktzahl aller Anbieter. Besonders gut abschneidet sie bei Betreuung: 92 % der Studierenden loben die schnelle Antwortzeit (unter 24 Stunden). Wer Flexibilität und breite Auswahl sucht, ist hier richtig.

Die HFH Hamburger Fern-Hochschule punktet mit ihrer klaren staatlichen Anerkennung durch Hamburg und der europaweiten Anerkennung ihrer Abschlüsse. Sie ist ideal für Menschen, die später im Ausland arbeiten wollen. Ihre Studiengänge sind praxisnah - viele Abschlussarbeiten werden von Unternehmen übernommen. Die KI-gestützte Lernplattform, die ab 2026 eingeführt wird, soll individuelle Lernpfade vorschlagen. Sie ist teurer als SRH, aber für Berufstätige mit hohen Karrierezielen eine gute Investition.

Die FOM Hochschule hat als erste private Hochschule die FIBAA-Systemakkreditierung bekommen. Sie richtet sich speziell an Fach- und Führungskräfte. Ihre Lernplattform nutzt KI, um Lernfortschritte zu analysieren und Schwächen früh zu erkennen. Wer schon im Beruf steht und gezielt auf Führungsaufgaben vorbereitet werden will, findet hier ein starkes Angebot. Die Studiengebühren liegen bei bis zu 28.000 € für einen MBA - das ist teuer, aber für viele lohnend.

Die DIPLOMA Hochschule ist die einzige, die komplett online arbeitet - keine Präsenztermine, keine physischen Prüfungsorte. Sie setzt auf Live-Online-Seminare und Dual-Studiengänge, bei denen Arbeitgeber oft die Studiengebühren übernehmen. Das ist ideal für Mitarbeiter in großen Unternehmen. Aber: Wer auf persönliche Betreuung setzt, könnte hier enttäuscht werden.

Drei Säulen der Qualität im Online-Studium: staatliche Anerkennung, ZFU und Akkreditierung.

Was kostet ein Online-Studium - und lohnt es sich?

Die Kosten variieren stark. Ein Bachelor-Studium an der HFH kostet etwa 15.000 €, an der FOM bis zu 28.000 € für einen MBA. Das klingt viel - aber vergleiche das mit dem Verlust an Einkommen, den du hättest, wenn du in eine Vollzeit-Universität wechselst. Die meisten Studierenden (78 %) sind berufstätig und arbeiten nebenbei. Sie zahlen nicht für den Studienplatz - sie zahlen für Flexibilität und Karriereaufstieg.

Einige Anbieter bieten gebührenfreie Verlängerung an. Die FHM Online-University erlaubt bis zu vier Semester ohne zusätzliche Kosten, wenn du dein Studium verlängerst. Das ist wichtig - denn durch Beruf, Familie oder Krankheit kann das Studium länger dauern. Wer das nicht bedenkt, läuft Gefahr, plötzlich hohe Nachzahlungen zu bekommen.

Der Durchschnittsstudent braucht 36 bis 72 Monate. Das bedeutet: 15-20 Stunden pro Woche. Du brauchst Disziplin. Kein Online-Studium ist leichter als ein Präsenzstudium - es ist nur anders. Du musst selbst organisieren. Wer das nicht kann, scheitert.

Technik, Prüfungen und Support - was du wirklich brauchst

Du brauchst eine stabile Internetverbindung (mindestens 16 Mbit/s), eine Webcam, ein Mikrofon und einen modernen Browser. Die Lernplattformen funktionieren auf Windows 10, macOS 10.15, Android 8 und iOS 13. Alles andere ist zu alt.

Prüfungen laufen meist online - mit Live-Überwachung durch Kamera und Bildschirmfreigabe. Einige Anbieter haben Prüfungszentren in ganz Deutschland, wo du hinfahren kannst. Die SRH hat über 25 Standorte. Das ist gut, falls du technische Probleme hast oder dich sicherer fühlst.

Support ist entscheidend. Die SRH verspricht Antworten innerhalb von 24 Stunden. Die ISM Fernhochschule wird in 38 % der Bewertungen dafür kritisiert, dass die Betreuung zu langsam ist. Wenn du Hilfe brauchst, solltest du nicht wochenlang warten. Prüfe vorher: Wie schnell antwortet der Kundenservice? Gibt es eine Live-Chat-Funktion? Wer ist dein Ansprechpartner?

KI-gestützte Lernplattform mit personalisiertem Lernpfad als holografisches Interface.

Was Experten sagen - und was du nicht ignorieren darfst

Prof. Dr. Klaus Beck von der Universität Hagen sagt klar: „Nur durch die Kombination aus staatlicher Anerkennung, Systemakkreditierung und ZFU-Zulassung ist ein Online-Studium gleichwertig mit einem Präsenzstudium.“

Prof. Dr. Anke Röhrig von der Universität Mannheim warnt: „Einige Anbieter opfern akademische Tiefe für Flexibilität.“ Besonders bei Studiengängen mit weniger als 180 ECTS-Punkten ist die Qualität fragwürdig. Ein echter Bachelor braucht 180 ECTS - sonst ist er nicht europaweit anerkannt. Prüfe immer die Anzahl der Credit Points.

Der Wissenschaftsrat bestätigt: SRH, HFH und FOM erfüllen die gleichen Qualitätsstandards wie staatliche Hochschulen. Aber Anbieter ohne Akkreditierungsrats-Zulassung? Die warnen sie ausdrücklich vor.

Wie du den richtigen Anbieter findest - Schritt für Schritt

1. Prüfe die drei Säulen: Ist der Anbieter staatlich anerkannt? Hat er eine Systemakkreditierung (FIBAA/ACQUIN)? Hat er die ZFU-Zulassung? Ohne alle drei: Abstand halten.

2. Prüfe die Abschlüsse: Steht „Bachelor“ oder „Master“ drauf? Und wie viele ECTS? Mindestens 180 für Bachelor. Sonst ist es kein echter Abschluss.

3. Prüfe die Bewertungen: Schaue auf FernstudiumCheck und Trustpilot. Lies die Kommentare. Nicht nur die Sterne - die Texte. Was sagen Studierende über Betreuung, Prüfungen, Kursinhalte?

4. Prüfe die Technik: Funktioniert die Plattform auf deinem Gerät? Gibt es Live-Seminare? Wie oft? Werden sie aufgezeichnet?

5. Prüfe die Kosten: Was ist im Preis enthalten? Gibt es versteckte Gebühren? Wie sieht es mit Verlängerung aus?

6. Prüfe die Karrierechancen: Fragt du dich: „Wird mein Arbeitgeber diesen Abschluss anerkennen?“ Dann frag bei deinem HR-Abteilung nach - oder schau, welche Unternehmen die Hochschule schon nutzen.

Was kommt 2026 - und warum du jetzt handeln solltest

Ab Herbst 2026 werden Studieneignungstests wie der BaPsy-DGPs für Psychologie verpflichtend. Das ist ein Zeichen: Der Markt wird strenger. Wer jetzt einen Anbieter wählt, der nicht auf Qualität setzt, könnte später Probleme haben.

Die HFH baut ihre KI-Lernplattform aus - sie wird dir sagen, wann du lernen sollst, was du wiederholen musst und wo du Schwächen hast. Das ist Zukunft. Und sie ist jetzt verfügbar.

Die SRH expandiert nach Österreich und der Schweiz - das bedeutet: Ihre Abschlüsse werden international immer relevanter.

Aber: Die Kosten steigen. Und die Kluft zwischen teuren, qualitativ hochwertigen Anbietern und billigen, zweifelhaften Angeboten wird größer. Das Deutsche Studentenwerk warnt vor einer „Zweiklassengesellschaft“ - wer nicht zahlen kann, bleibt zurück.

Wenn du dir ein Online-Studium leisten kannst - und du dich für Qualität entscheidest - dann ist das eine der besten Investitionen in deine Zukunft.

Ist ein Online-Studium in Deutschland staatlich anerkannt?

Ja - aber nur, wenn der Anbieter von einem Bundesland staatlich anerkannt ist, eine Systemakkreditierung von FIBAA oder ACQUIN hat und die ZFU-Zulassung vorweist. Nur dann ist der Abschluss gleichwertig mit einem Präsenzstudium. Viele Anbieter nutzen den Begriff „Studium“ irreführend - prüfe immer alle drei Säulen.

Was ist der Unterschied zwischen ZFU-Zulassung und Systemakkreditierung?

Die ZFU prüft Fernlehrgänge auf Mindeststandards - das reicht für Zertifikate, aber nicht für akademische Abschlüsse. Systemakkreditierung durch FIBAA oder ACQUIN prüft die gesamte Hochschule: Lehrqualität, Betreuung, Prüfungsverfahren. Nur mit Systemakkreditierung bekommst du einen echten Bachelor oder Master, der international gilt.

Wie viel Zeit brauche ich für ein Online-Studium?

Mindestens 15-20 Stunden pro Woche. Ein Bachelor dauert durchschnittlich 36-72 Monate, je nachdem, ob du Vollzeit oder Teilzeit studierst. Es ist kein „schnelles“ Studium - es ist flexibel, aber anspruchsvoll. Wer weniger Zeit investiert, scheitert oft.

Kann ich mit einem Online-Abschluss im Ausland arbeiten?

Ja - wenn dein Abschluss systemakkreditiert ist und vom Akkreditierungsrat anerkannt wird. Dann ist er gemäß dem Europäischen Qualifikationsrahmen (EQF) in ganz Europa gültig. Anbieter wie HFH und SRH haben Abschlüsse, die auch in der Schweiz, Österreich oder den Niederlanden anerkannt werden.

Warum sind Online-Studiengänge so teuer?

Weil sie nicht staatlich subventioniert sind. Während staatliche Unis fast kostenlos sind, finanzieren private Hochschulen ihre Infrastruktur, KI-Plattformen, Betreuung und Prüfungsverfahren selbst. Die Kosten spiegeln die Qualität wider - und die Flexibilität. Viele Arbeitgeber übernehmen die Gebühren, weil sie von dem Abschluss profitieren.

Was passiert, wenn ich mein Studium nicht schaffe?

Einige Anbieter wie die FHM Online-University erlauben bis zu vier Semester gebührenfreie Verlängerung. Andere berechnen nachträglich hohe Gebühren. Prüfe vor der Einschreibung: Was passiert bei Verzögerung? Gibt es eine Notfallregelung? Werde nicht überrascht - das ist ein häufiger Grund für hohe Kosten.

Gibt es Stipendien für Online-Studien?

Fast nie. Stipendien gibt es fast nur für Präsenzstudien. Aber viele Arbeitgeber zahlen die Studiengebühren, besonders bei Dual-Studiengängen. Frag deinen HR-Bereich - das ist oft die realistischere Option.

1 Kommentare

  1. Catharina Doria

    Catharina Doria

    Die ZFU-Zulassung ist kein Qualitätsmerkmal, das ist ein Irrglaube, den viele Anbieter ausnutzen. ZFU prüft nur, ob du nicht betrogen wirst – nicht ob du was lernst. Systemakkreditierung ist das Einzige, was zählt. FIBAA oder ACQUIN – sonst ist es ein teurer Fernlehrgang mit Scheinabschluss. Wer das nicht versteht, kauft sich einen Luftballon und nennt ihn Uni-Abschluss.

    Die SRH hat zwar viele Studiengänge, aber Qualität? Frag mal jemanden, der den MBA gemacht hat – die Prüfungen sind oft nur Multiple-Choice mit 30% Bestehensquote. Kein Vergleich zu einer echten FH. Und die 4,48 Sterne? 80% davon sind von Mitarbeitern, die die Gebühren vom Arbeitgeber erstattet bekommen. Das ist kein Feedback, das ist Corporate Marketing.

    Und die KI-Lernplattformen? Die sind nur eine digitale Fassade. Die analysieren deine Klicks, nicht dein Verständnis. Wenn du nicht selbst lernst, hilft dir kein Algorithmus. Du wirst nur besser im Klicken, nicht im Denken.

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